Eine Pfote mit Herz

Bernadette und Björn Cranen mit Therapiehündin Amy. Foto: Förderverein

Kreuzrath. Der Förderverein „Seniorenzentrum Breberen ist sozial – Wir fördern Kinder“ der Heinrichs Gruppe hat ein neues und bisher einzigartiges Projekt im Kreis Heinsberg ins Leben gerufen: „Eine Pfote mit Herz“, ein ambulanter Hundebesuchsdienst für geistig und körperlich beeinträchtigte Menschen. Ab August arbeiten 15 ausgebildete Hundeführer in der Region Heinsberg ehrenamtlich für den Förderverein und besuchen betroffene Menschen mit ihrem Hund zuhause. Bernadette Cranen, zertifizierte Hundeverhaltenstherapeutin, die das Projekt gemeinsam mit ihrem Bruder, Björn Cranen, betreut, erklärt im Interview, was genau sich hinter „Eine Pfote mit Herz“ verbirgt.

Frau Cranen, worum geht es bei dem Projekt „Eine Pfote mit Herz“?

Bernadette Cranen: „Eine Pfote mit Herz“ ist ein ehrenamtlicher Hundebesuchsdienst für Menschen mit Demenz und/ oder Behinderung. Viele Menschen haben in ihrem Leben bereits positive Erfahrungen mit Hunden gemacht. Die Tiere haben einen nachhaltigen Effekt auf psychische, physische, mentale und sozio-kommunikative Fähigkeiten.

Sie und ihre Hündin Amy bilden eines der Teams, die ab August gebucht werden können. Was genau machen Sie und Ihr Hund, wenn Sie die Menschen zuhause besuchen?

Bernadette Cranen: Das kommt ganz auf die Bedürfnisse des Betroffenen an. Mal geht man nur spazieren, mal findet eine intensive Mensch-Hund-Interaktion statt, beispielsweise in Form von Spielen oder Füttern. Die Menschen erleben Zuwendung, Bestätigung und Akzeptanz. Die Anwesenheit des Hundes reduziert Gefühle von Einsamkeit und Isolation und vermittelt Geborgenheit.

Wie wirken sich die Besuche langfristig auf die Betroffenen aus?

Bernadette Cranen: Der Umgang mit dem Hund fördert das Knüpfen sozialer Kontakte. Wissenschaftliche Studien belegen, dass dadurch positive Erinnerungen aus dem Altgedächtnis wachgerufen werden und das Neugedächtnis durch die steigende Aufnahmebereitschaft positiv gefördert wird.

Kann jeder an dem Projekt teilnehmen?

Bernadette Cranen: Hunde helfen nur dem, der sie mag. Voraussetzung für den Erfolg des Einsatzes ist zudem die Bereitschaft, mit Hunden eine emotionale Bindung einzugehen und aufzubauen.

Was sind die Ziele dieses tiergestützten Angebotes?

Bernadette Cranen: Die Ziele sind vielfältig. Zum einen werden Angehörige durch den praktischen Einsatz entlastet, sie können die Zeit während der Begleitung für sich nutzen. Zum anderen lenkt die Beschäftigung mit dem Hund von körperlichen Schmerzen, Depressionen und Angstzuständen ab. Die Betroffenen konzentrieren sich nicht mehr auf ihr Leiden, sondern lenken sich mit Füttern, Bürsten und Spielen mit dem Hund ab. Hunde beurteilen Menschen nicht nach ihrem Aussehen oder Krankheitsgrad. Selbst, wenn ein Mensch nicht mehr sprechen kann, heißt das nicht, dass keine Beziehung zwischen ihm und dem Hund entstehen kann. Eine Verständigung und Beziehung mit ihnen ist unabhängig vom verbalen Ausdrucksvermögen und von kognitiven Fähigkeiten möglich. Ein Hund nimmt dich so an, wie du bist.

Infos: „Eine Pfote mit Herz“ ist ein anerkanntes niedrigschwelliges Hilfe- und Betreuungsangebot nach §45b SGB XI. Das sind Angebote, bei denen freiwillige und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer unter fachlicher Anleitung die Betreuung von Pflegebedürftigen mit erheblichem Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung in Gruppen oder im häuslichen Bereich übernehmen sowie pflegende Angehörige entlasten und beratend unterstützen. Die Kosten für den tiergestützten Einsatz können in der Regel mit den Pflegekassen abgerechnet werden. Die Formalitäten übernimmt der Förderverein. Die speziell geschulten Mensch-Hunde-Teams haben in den vergangenen Wochen alle ihre Prüfungen erfolgreich absolviert. Wer Interesse an einem Einsatz hat, kann sich bei Bernadette Cranen unter 02272/9997827 oder becranen@breberen.de melden.

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